Ein Helm fürs Radeln: Es geht um Kopf und Kragen

von Redaktion
0 Kommentieren

Hasst ihr es auch so wie ich, einen Helm auf dem Radl zu tragen? Er drückt, ich schwitze, hinterher habe ich rote Streifen auf der Stirn und sehe bescheuert aus. Außerdem weiß ich nie, wohin mit dem Ding. Für die Tasche ist er zu groß, ans Radl gehängt wird er geklaut. Und wenn ich ihn im Café auf die Bank lege, lasse ich ihn unter Garantie liegen.

Aber natürlich denke ich immer, dass es besser wäre, einen Helm zu tragen. Alle politischen Argumente hin oder her – mein Kopf ginge im Falle eines Falles kaputt. Auch wenn jemand anderes Schuld hätte. Und es haben sich die Modelle, seitdem ich zum letzten Mal einen Helm getragen habe, weiter entwickelt. Hier ein paar Helmarten und Tipps fürs Tragen.

Leicht und luftig: Helme fürs Rennradl

Die leichtesten Varianten an Radl-Helmen sind wahre Fliegengewichte und bieten maximale Belüftung. Mountainbike-Modelle haben zudem einen Schirm, der das Gesicht vor blendendem Sonnenlicht, Ästen und Regen schützt. Bei Rennradhelmen ist das nicht nötig: Hier übernimmt entweder der Schirm einer klassischen Helmmütze diese Funktion – oder ein Visier. Beim Zeitfahren und Triathlon werden tropfenförmige, aerodynamisch geschlossene Helme getragen.

Helm für Halfpipe, Trail und Bikepark

BMXer oder Dirtbiker nutzen, ähnlich wie Skater, geschlossene Halbschalenhelme. Im MTB-Sport hat sich die Gattung Enduro etabliert. Sie stellen quasi ein Bindeglied zwischen klassischen MTB- und Dirt-Helmen dar. Der Nackenbereich ist tiefer gezogen, der Helm ist insgesamt geschlossener und kommt mit Schirm. Äußerlich kaum von Motocross-Helmen zu unterscheiden sind die als „Full Face“ bekannten Hartschalenhelme mit fester Kinnpartie, wie sie Downhill-Athleten verwenden  Sie werden zwar ohne Visier, aber mit Schutzbrillen, sogenannten Goggles, getragen. Die Belastungen, die im Falle eines Sturzes auf die Wirbelsäule wirken, können mit einer „Neck Brace“ genannten Nackenstütze abgefangen werden.

Schickes für die Stadt

Ganz neu und auf der Eurobike in diesem Jahr vorgestellt: Für mehr Sichtbarkeit im Straßenverkehr sorgt der Stadthelm „Urban I 3.0“ von Abus für 84,95 Euro. Neben reflektierenden Elementen und Neonfarben verfügt der Helm über ein integriertes LED-Rücklicht. Das Platzproblem löst endlich eine ziemlich coole Erfindung: der neue Falthelm „Loop“ vom spanischen Hersteller Closca.  Seine drei Schalen sind ineinander versenkbar, und der Preis liegt bei schmalen 70 Euro.

Kein Helm: Airbag auf dem Kopf

Wem Radhelme gegen das Stilempfinden verstoßen, findet möglicherweise Gefallen am „Hövding“: Dieser Radler-Airbag aus Schweden kostet 399 Euro und lässt sich als Schal (mit modisch anpass- und waschbarer Hülle) tragen. Wie ein Auto-Airbag ist er für die einmalige Verwendung konzipiert. Der Helm wird über seismische Sensoren aktiviert. Registrieren diese einen für Unfälle typischen Bewegungsablauf, lösen sie den Airbag aus. Innerhalb einer Zehntelsekunde legt er sich um den Kopf des Trägers oder der Trägerin. Das Blöde: Einmal ausgelöst muss ein neuer her. Doch eigentlich gilt das nach einem Sturz für alle Helme…

Was gilt bei E‑Bikes?

E‑Biker tragen in der Stadt generell öfter einen Helm als Radfahrer, hat eine Studie herausgefunden. Man muss rechtlich zwischen den zwei Gattungen von Pedelecs unterscheiden: Die mit Abstand am häufigsten verbreiteten Räder mit Motorunterstützung bis 25 km/h (und Schiebehilfe bis 6 km/h) gelten in jeder Hinsicht als Fahrräder. Sie brauchen kein Nummernschild, dürfen auf dem Radweg fahren und wie beim Fahrrad besteht keine Helmpflicht.

Anders sieht das bei den schnellen Pedelecs aus, die bis 45 km/h mithelfen und eine Schiebehilfe bis 20 km/h aufweisen: Sie werden als Leichtkraftrad eingestuft und müssen mit „geeignetem Helm“ gefahren werden. „Dies muss jedoch kein Motorradhelm nach ECE 22/05 sein, sondern ein für den Straßenverkehr geeigneter Schutzhelm. Ein geprüfter Fahrradhelm nach CE/EN1078 oder ein Skihelm nach CE/EN1077 erfüllen diese Anforderung“, erklärt Markus Riese, Geschäftsführer und Entwicklungsleiter bei Riese & Müller, einem Hersteller von hochwertigen E-Bikes und Falträdern.

Abus Pedelec 2.0 Motion black

Seit kurzem gibt es eine neue Norm für die S-Pedelec-Helme in den Niederlanden (NTA 8776). Diese wird wohl bald in ganz Europa gültig sein. Ein paar wenige spezielle E-Bike-Helme bzw. S-Pedelec-Helme in Deutschland erfüllen diese Norm bereits. Ein Beispiel ist der Pedelec 2.0 von Abus: Neben besonderer stoßabsorbierender Technik und besonderer Belüftung hat er ein eigenes Rücklicht. Und – das Detail gefällt mir richtig gut – hinten Platz für einen Pferdeschwanz. Wieso das jetzt erst erfunden wurde, frage ich mich …

Helm richtig aufsetzen

Ein Helm kann aber nur Sicherheit bieten, wenn er  richtig getragen wird. Sitzt er zu locker, droht er zu verrutschen oder löst sich gar vom Kopf. Ein Helm wird daher nach Kopfumfang ausgewählt. Er sollte zwar fest, aber nicht straff am Kopf sitzen. Lasst zwischen Kinnriemen und Kiefer  nicht mehr als einen Fingerbreit Luft . Und setzt den Helm mittig auf die Stirn. Also nicht über die Augenbrauen ziehen, noch die gesamte Stirn freilassen. So kann’s sicher losgehen!

Quelle und Bilder: Pressedienst Fahrrad

0 Kommentieren

Weitere interessante Beiträge

Hinterlasse einen Kommentar

* Durch die Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden.

Diese Website verwendet Cookies – nähere Informationen dazu und zu Ihren Rechten als Benutzer finden Sie in unserer Datenschutzerklärung am Ende der Seite. Klicken Sie auf „Ich stimme zu“, um Cookies zu akzeptieren und direkt unsere Website besuchen zu können. Ich stimme zu Mehr erfahren