Transcontinental Race: 10 Tage, 2 Stunden, 48 Minuten

von Redaktion
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Wow! Eine Frau gewinnt eines der härtesten Langstreckenrennen der Welt. Fiona Kolbinger kam als erste beim 7. Transcontinental Race ans Ziel in Brest. Sie benötigte zehn Tage, zwei Stunden und 48 Minuten für die etwa 4.000 Kilometer lange Strecke. Das legendäre Rennen, das quer durch Europa führt, begann dieses Jahr am Schwarzen Meer in Bulgarien und endete an der französischen Westküste in der Bretagne.

Hart, aber fair

Die Regeln sind ganz einfach und jedes Jahr gleich: Jeder Fahrer nimmt das mit, was er braucht. Er hat kein Begleitteam und lediglich festgelegte Kontrollstationen, die er anfahren muss. Dazwischen sucht sich jeder selbst seinen Weg. Die Fahrer versorgen sich selbst mit Essen und Trinken und erledigen notwendige Reparaturen entweder alleine oder mit Hilfe der Menschen, die sie treffen. Gar nicht so einfach, denn es gibt lange Passagen, die durch wilde Landschaften führen und entsprechend einsam sind. Geschlafen wird dort, wo man sich betten kann – oft einfach am Straßenrand. Fiona Kolbinger soll pro Nacht nur etwa vier bis fünf Stunden ausgeruht haben.

Sieben Länder, vier Kontrollpunkte

Je nach Routenplanung durchfuhren die Teilnehmer dieses Jahr bis zu sieben europäische Länder: Österreich, Bulgarien, Bosnien, Kroatien, Frankreich, Italien, Kosovo, Serbien, Slowenien und die Schweiz. Dabei gibt es vier obligatorische Kontrollpunkte:

  1. Das Buzludsha Monument, ein skurriles Relikt aus der Zeit des kommunistischen Regimes in Bulgarien
  2. Der Besna Kobila, ein  1.922 Meter hoher Berg im südostserbischen Hochland, gerade jenseits der bulgarischen Grenze. 80 Kilometer Schotter waren bis dahin zu überwinden.
  3. Der Gasthof zur Traube am Timmelsjoch zwischen Italien und Österreich. Man streitet sich, wie hoch es denn eigentlich ist: 2.470, 2.472, 2.474, 2.480 oder sogar 2.509 Meter, wie die Betreibergesellschaft behauptet.
  4. Das Hotel de Milan auf der Alpe d’Huez. Die berühmtesten 21 Kehren der Welt. Seit 1952 Pflichtetappe bei der Tour de France mit den spannendsten Wettkämpfen und tollen Rekorden. Ein Mythos.

Fiona Kolbinger war „überrascht zu gewinnen“. Die 24-Jährige ist kein Radprofi, sondern arbeitet in der Krebsforschung. Sie nahm zum ersten Mal am Rennen teil. Und war die erste Frau, die es ganz rauf aufs Stockerl geschafft hat – auch wenn schon seit Anfang an Frauen mit im Rennen sind.

2013 begründete der Ultra-Langstreckenfahrer Mike Hall das transkontinentale Rennen. Es wird auch als Ultradistanz-Selbstversorger-Rennen definiert. Das erste Rennen hatte nur 30 Teilnehmer. Start war in London auf der Westminster Bridge – das Ziel war Istanbul.

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