Hilfe, jemand hat mein Radl mit abgeschlossen!

von Redaktion
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Witzig, witzig – oder einfach nur unachtsam? Da komme ich aus dem Café und mein Radl ist abgeschlossen. Soweit, so gut, doch nicht von mir? Irgendein Spaßvogel hat sein Schloss durch mein Fahrrad gezogen. Wie kann man nur so blöd sein, denke ich, denn ich muss los zu einem Termin! Darf ich das Schloss einfach knacken? Oder jemanden beauftragen dies zu tun, weil ich meinen Bolzenschneider so selten dabei habe? Welche Hilfe ist erlaubt?

Den Besitzer finden

Als erstes gehe ich natürlich zurück ins Café. Vielleicht sitzt der Trottel ja dort und das Problem ist schnell erledigt. Fehlanzeige! Der nette Hausmeister dort kennt mich und erklärt sich sofort bereit, mir Werkzeug zu leihen. Rein juristisch ist es in diesem Fall erlaubt, sich selbst zu helfen. Denn es handelt sich hier um sogenannte Eigenmacht, der ich mich sogar „mit Gewalt erwehren darf.“

Ist das wirklich mein Fahrrad?

Mir kommen Bedenken. Wenn ich auf offener Straße ein Schloss durchsäge, hält man mich sicher für einen Dieb! Wie soll ich beweisen, dass ich nur an mein eigenes Radl will?

Dass ich den Schlüssel für mein Fahrradschloss dabei habe, heißt nämlich gar nichts. Ich könnte ja auch einfach mein eigenes Schloss um ein Fahrrad legen und dann behaupten, es wäre meins. Der Kaufvertrag muss also her. Doch Hand aufs Herz: Wer – außer er hat ein teures, versichertes Fahrrad – besitzt noch den Kaufbeleg? Und was, wenn ich das Radl gebraucht gekauft habe und kein Beleg dafür existiert?

Lösung: öffentlich fahren oder einen E-Roller nehmen

Es bleibt mir also nichts anderes übrig, als erst einmal mit einem anderen Untersatz weiterzufahren. Bus, Tram oder Miet-E-Roller. Oder halt Taxi. Rein theoretisch müsste der „Eigenmächtige“ für alle Kosten aufkommen, die mir durch sein Handeln entstehen. Doch wie will ich diesen ermitteln, so ganz ohne Fahrradkennzeichen? Wenn ich Glück habe, ist mein Radl am Abend oder nächsten Tag wieder frei. Und noch nicht geklaut. Oder ich schließe wiederum den anderen mit ab. Aber das wäre dann Rache. Und das ist strafbar.

Besser ist es, einen Zettel mit der Mobilnummer zu hinterlassen. Und sich mit dem Spaßvogel zum gemeinsamen Aufschließen zu treffen. Spart Zeit, spart Kosten und Nerven – und vielleicht ist dies der Anfang einer wirklich wunderbaren Freundschaft.

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