Mobil in Bayern: Stadt und Land

von Redaktion
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Mobil? Gerne, aber wie und womit? Es gibt einen großen Unterschied zwischen den Städten und den ländlichen Regionen in Bayern. Das haben wir ja schon immer geahnt. Diesmal geht es aber um die Nutzung von Verkehrsmitteln. Rund 300.000 Personen durften in einer Studie im Auftrag des Verkehrsministeriums* erzählen, wie sie sich am liebsten im Alltag fortbewegen. Rund 300.000 Wege haben sie in dem Jahr der Befragung zurückgelegt. Die Daten sollen helfen, den echten Bedarf der Menschen zu verstehen. Allein 100.000 der Befragten kamen aus Bayern.

Rad in der Stadt, Auto auf dem Land, Stau vor Schulen

Während die Menschen in den Ballungsräumen immer öfter auf das Auto verzichten, ist der ländliche Raum laut Studie nach wie vor sehr stark auf das Auto angewiesen. Vor allem in Niederbayern wird noch viel Auto gefahren. Was nicht verwundert, denn Busse fahren in den entlegeneren Gegenden manchmal nur ein- bis zweimal pro Tag. Oder es gibt erst gar keine öffentliche Anbindung. Eine erstaunliche Zahl in der Studie: Jeder dritte Schüler bayernweit  – also auch in den Ballungsräumen – wird mit dem Auto zur Schule gefahren. Und nicht den Schulbus oder das Fahrrad nimmt. So kommt es zu unnötigen Staus vor den Schulen, wie sich jeden Morgen beobachten lässt.

Erfreuliche Zahlen zum Radverkehr

Die bayerische Politik jedenfalls ist der Meinung, die Studie zeige, wie sehr man landesweit bereits auf das Fahrrad als Verkehrsmittel setze. Und bewertet auch die Städte als fahrradfreundlich. „Wir stehen bundesweit gut da. Die bayerischen Städte schneiden in der Statistik gut ab. Fahrradfahren ist beliebt. Das bestärkt uns darin, dass unser Radverkehrsprogramm den Nerv der Zeit getroffen hat“, sagte der Verkehrsminister Dr. Hans Reichhart bei der Vorstellung der Studie in Berlin.

In Erlangen, der bayerischen Radlhauptstadt, liege der Radverkehrsanteil beispielsweise bei 28 Prozent. Auch die Landeshauptstadt München schneide mit einem Radverkehrsanteil von 18 Prozent gut ab, so die Bewertung. In einer kürzlich erschienenen internationale Studie dagegen liegt München in punkto Fahrradfreundlichkeit weit abgeschlagen auf den hinteren Plätzen.

E-Bikes als Chance?

Eine Chance sieht der Verkehrsminister in den E-Bikes. So erhöht sich die durchschnittlich zurückgelegte Wegstrecke mit dem E-Bike im Vergleich zum Fahrrad von 5,1 auf 7,3 Kilometer (+ 43 Prozent). Während Radler mit dem Fahrrad im Schnitt 5,1 Kilometer lange Wege fahren, legen Radler mit einem E-Bike-Antrieb im Schnitt 2,2 Kilometer weitere Wege zurück. Deshalb will Reichhart verstärkt Fahrradwege entlang von Bundes- und Staatsstraßen bauen. Positiv fürs Klima wäre dies: E-Bikes schneiden in der Öko-Bilanz insgesamt wesentlich besser ab als jeder öffentliche Nahverkehr.

Mobil in Bayern

"Mobilität in Deutschland"

* Die Studie „Mobilität in Deutschland“ basiert auf einer bundesweiten Befragung von Haushalten zu ihrem alltäglichen Verkehrsverhalten im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums. Erstellt hat die Studie das Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH (Infas) in Kooperation mit dem Institut für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und dem Büro IVT Research GmbH. Alleine der Freistaat Bayern hat sich mit rund einer Million Euro an der Studie beteiligt und ist damit einer der größten regionalen Auftraggeber.  In der aktuellen Studie 2017 erhob das Forscherteam in der Zeit von Mai 2016 bis September 2017 stichprobenartig die Daten und befragte bundesweit mehr als 300.000 Personen, die über 960.000 Wege an dem jeweiligen Stichtag berichteten.

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