An der Würm entlang zum Starnberger See

von Redaktion
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Direkt an der Haustür starten, ohne Bahn, ist für mich die schönste Art, eine kleine Radtour am Sonntag zu machen. An der Würm entlang zum Starnberg See zu radeln, bietet sich da einfach an. Es beginnt bereits in Obermenzing recht idyllisch. Dort wurde die Würm schon vor Jahren renaturiert, mithilfe einer AG der dortigen Grundschule. Weidenhäuschen stehen am damals neu angelegten Seitenarm. Kleine Kinder spielen im flachen Ufergewässer und auch für die größeren bietet die Würm im Sommer großen Badespaß.

St. Georg an der Würm

Gleich zu Anfang überquere ich die kleine Holzbrücke und fahre auf der westlichen Seite bis St. Georg.  Die kleine Kirche im Obermenzinger Dorfkern, gleich neben dem Alten Wirt stammt aus spätromanischer Zeit. Ältere Fundamente lassen darauf schließen, dass hier schon im 9. Jahrhundert eine kleine Kirche stand.

Blutenburg und Kloster

Weiter geht es auf der Radlstraße Richtung Pasing. Vorbei an der Mühle gelange ich zur Blutenburg bequem durch eine Unterführung. Das spätgotische Jagdschloss beherbergt neben einer sehenswerten Kapelle natürlich eine Schlossschänke und die internationale Jugendbibliothek. Und im Dachstuhl sowie einigen großen, alten Bäumen wohnen zahlreiche Fledermäuse. Linkerhand steht versteckt das kleine Kloster vom heiligen Hiob von Pacaev, russisch-orthodox, das heute noch zehn Mönche beherbergt.

Der Pasinger Stadtpark

Unter der Bahntrasse hindurch radele ich direkt an der Würm entlang weiter durch Pasing bis in den Stadtpark. Breite Radlwege machen hier das Fahren zu einem Vergnügen. Und so bin ich schon bald in Lochham, wo sich der Paul-Diehl-Park nahtlos anschließt. Hier überquere ich die Ammersee-Autobahn und fahre dann weiter auf der Würmtalstraße entlang. Immer den gelben Schildern nach Starnberg folgend, erreiche ich bald Gauting.

Reismühle und wildes Würmtal

Würm

Blick auf die Würm unterhalb von Gauting (Wikimedia)

Ab hier wird es erst richtig schön, sobald der Einstieg ins wilde Würmtal gefunden ist. Hinter der Reismühle, die heute etwa 40 Künstlerateliers  beherbergt, weicht der Asphalt einem breiten Kiesweg. Und es geht auf und ab durch den Wald, wo die Würm erstaunlich breit und träge fließt. Wasserpflanzen schwingen in den sonnendurchfluteten Auen, umgefallene Bäume laden dazu ein, die Füße im kühlen Wasser baumeln zu lassen. Nun geht es einmal steil hinauf, auf die Karlshöhe. Wie an vielen anderen Orten soll auch hier Karl der Große geboren sein. Hinunter geht’s am Forsthaus Mühltal vorbei zur Landstraße nach Starnberg.

Heilige Quelle und Schlossgaststätte

Drei-Bethen-Quelle

By Wolfgang Rieger – Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=60255720

Nachdem ich die Landstraße überquert habe, fahre ich ein Stück die Straße entlang und nach links über die Würm. Gleich dahinter geht es rechts in einen kleinen Kiesweg, an dem die Drei-Bethen-Quelle liegt. Bunte Gebetsfahnen hängen neben Votivtäfelchen in den Bäumen, die Quelle gluckert leise. Trinken sollte man das Wasser aber besser nicht, es sind zu viele Keime darin.

Leutstettener Moos und römische Villa

Ich radele nun nicht rechts nach Starnberg, sondern links zur Schlossgaststätte Leutstetten. Dort gibt es einen herrlichen Biergarten unter alten Bäumen. Dahinter geht es hinauf ins Leutstettener Moos. Das Niedermoor, durch das die Würm hier määndert, ist ein 180 Hektar großes Naturschutzgebiet. Ich komme an der Villa Rustica vorbei, einer römischen Villa aus dem 2. Jahrhundert n. Chr.  Ein Glashaus schützt die Ausgrabung und lässt den Blick auf diese frei.

Starnberger See durch die Ramsar-Konvention geschütztes Feuchtgebiet, Percha, Starnberg, Bayern By Haikelovesnature – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=49112367

Über Holzwege und durch den Wald geht es nun nach Percha, wo ich auf den Starnberger See treffe. Hier gibt es eine wunderbare Stelle zum Baden, den Percha Beach. Von hier aus habe ich einen herrlichen Blick über den ganzen See bis auf die schneebedeckten Gipfel der Alpen und lasse den Tag beim Baden ausklingen. Zurück geht’s mit der S-Bahn von Starnberg Nord retour nach Pasing. Dann geht es nur noch eine Viertelstunde zurück an der Würm entlang nach Hause.

Mein Fazit: Schöne Tagestour, die auch Familien Spaß macht.

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